Mario Mirbach, neben Markus Semmelmann und Volker Hamann der dritte Architekt der PURE GRUPPE, macht es an einem Beispiel deutlich: Wer sich ein Nullenergie- bzw. Nullemissionshaus im Umland baut, aber jeden Tag mit dem Auto zur Arbeitsstelle fährt, macht die bauseitigen Einsparungen durch seine Lebensweise wieder zunichte. So ist es nur konsequent, dass im White Cube im kürzlich umgebauten Regensburger Parkhaus am Dachauplatz verschiedene Dienstleistungen angeboten werden, die bei frühzeitiger Berücksichtigung den Bauherren viel Zeit und letztlich Geld sparen helfen: Architektur, Brandschutz, Energieberatung, Visualisierung und Design. „Beim Thema Architektur bieten wir klassische Architektenleistungen aller Leistungsphasen mit viel Erfahrung im Wettbewerbswesen an“, so Semmelmann, der nach einer Bauzeichner-Ausbildung und dem Architekturstudium derzeit an seiner Dissertation zum Thema „Augmented Reality in der Architektur“ arbeitet. Das Arbeitsfeld umfasst derzeit neben Wohnungsbauten die Generalsanierung eines ehemaligen Karmelitenklosters in Abensberg zum Kulturzentrum, die Transformation eines Dreiseithofes zum „Troadbod‘n“-Museum in Haindling sowie eine städtebauliche Ergänzung in Sinzing. Mario Mirbach, Architekt mit Schwerpunkt Energieberatung, zeigt überwiegend privaten Bauherren die Möglichkeiten der energetischen Gebäudeoptimierung im Bestand wie auch im Neubau auf. Dazu gehören die Erstellung von Energiebedarfsausweisen, Maßnahmenkatalogen und Amortisationsberechnungen.
Brandschutz
Volker Hamann, so könnte man sagen, ist der embeded architect, er ist Partner in der PURE GRUPPE und im wahrsten Sinne des Wortes verantwortlich für den Brandschutz. Die besagte Gesetzesänderung führte dazu, dass die Zuständigkeit nebst Haftung von der behördlichen auf die Planungsseite umgelagert wurde. Architekten sowie gewerbliche und öffentliche Bauherren kaufen daher die Planungsleistungen und das Know-how des Brandschutzexperten zu. Dieser entlastet durch die Erstellung der Brandschutznachweise und Brandschutzkonzepte seine Architektenkollegen bei Sonderbauprojekten, wie zum Beispiel Industriebauten. Nachdem Brandschutzmaßnahmen oft im intensiven Dialog mit den Behörden, den Feuerwehren und den Nutzern erarbeitet werden, die Gebäudegeometrie sich auf konstruktive Ausführung und Verwendung von Sonderbauteilen bzw. anlagetechnischen Maßnahmen auswirken kann und damit die Kosten eines Bauvorhabens stark beeinflusst, ist die frühzeitige Einbeziehung dieser Planungsleistung dringend geboten. Volker Hamann weist auch auf die Problematik bei Nutzungsänderungen von Gebäudeteilen hin. Wer etwa aus einem Schrauben- ein Chemielager macht, der verliert unter Umständen nicht nur die Baugenehmigung und ist mit dem Vorwurf eines Schwarzbaus konfrontiert; der Unternehmer kann sogar die Leistungsansprüche aus der Brandschutzversicherung verlieren.
Wohnhauskonfigurator
Stellen Sie sich vor, eine junge Familie sitzt vor dem Bildschirm und stellt sich ihr künftiges Haus mit einfachen Mausklicks zusammen. Zukunftsmusik? Die PURE GRUPPE arbeitet an einem Konfigurator, der Mitte des Jahres im Internet zur Verfügung stehen soll. Grundrisse, Fassaden, Gebäudetechnik und Einrichtungsvarianten werden online durchprobiert und die erwarteten Baukosten in Echtzeit ermittelt. Die künftigen Bauherren können so leicht feststellen, ob sich ihre Wünsche erfüllen lassen oder ob sie Schwerpunkte bei der Ausführung verschieben müssen. Die Architekten Semmelmann und Mirbach sehen den Konfigurator, den man in weniger komplexer Variante aus der Automobilbranche kennt, als Einstiegshilfe zu einer nutzerorientierten Planung.
Augmented/Mixed Reality (AR)
Augmented oder mixed – die Fachwelt ist sich noch nicht einig, wie die neue Simulationstechnik genannt werden soll. Fakt ist, dass die Realität durch virtuelle Objekte erweitert wird und so künftige Baumaßnahmen an Ort und Stelle mit Hilfe eines Displays betrachtet werden können. Auf dem Spielesektor, in der Medizin und bei Museums- oder Stadtführungen ist dieses neue Tool schon partiell im Einsatz. Für die Architektur – gerade bei Maßnahmen in sensiblen Bereichen, Stichwort Gestaltungsbeirat – kann der Entscheidungsprozess deutlich verbessert werden. Maßstäbe lassen sich zuverlässiger beurteilen, der Ortsbezug ist deutlicher, der Betrachter kann sich frei bewegen, seinen Blick schweifen lassen und außerdem ist die Stimmung des Ortes ganz real wahrnehmbar. Ziel ist einmal, das eigenkonfigurierte Wohnhaus dann in Varianten einprojiziert per Display auf dem Grundstück vor Ort zu betrachten. Die Zusammenarbeit von PURE ARCHITEKTUR mit Prof. Frank Petzold, TU München, Dr. Harald Wuest, Fraunhofer IGD, und Dipl-Ing. Rolf Kruse, HS Darmstadt, soll diese Technologie im Anwendungsgebiet Architektur vorantreiben. Einen ersten Blick in die erweiterte Realität werden die Besucher der Regensburger Architekturwoche A5 auf das Sanierungsgebiet Obermünsterquartier werfen können.
- 13.02.10 - () Artikel empfehlen ...



