Dabei legte er dar, dass Pädophilie auf Persönlichkeitsstörungen in der frühkindlichen Entwicklung zurückzuführen sei. Weiterhin erklärte er, den
Verantwortlichen für die Personalführung der Diözese Regensburg sei im
Falle Peter Kramers kein Versagen oder leichtfertiges Handeln vorzuwerfen.
Unter Berücksichtigung des damals möglichen Kenntnisstandes und der grünen Signale von Justiz und Therapie konnten sie gar nicht anders handeln.
„Entgegen dem Eindruck , der in der Öffentlichkeit leichtfertig erweckt
wird, sind pädophile Straftaten in der Berufsgruppe der Priester
unterproportional vertreten,“ ergänzte Ottermann. Leider gäbe es keine
eindeutigen Anzeichen vor einer urplötzlich hereinbrechenden Tat, sodass
Prävention fast unmöglich sei.
Ein weiteres Thema war das neue Versetzungsmodell für Pfarrer, das
Personalreferent Dr. Franz Frühmorgen vorstellte. Demnach sollte jeder
Pfarrer im Lauf seines aktiven Dienstes in der Regel drei verschiedene
Stelle wahrnehmen und an keiner Stelle länger als 15 Jahre lang bleiben.
„Im Bistum Regensburg besteht keine Notwendigkeit, riesige
Seelsorgeeinheiten zu bilden“, betonte Domkapitular Frühmorgen. Vielmehr
wird an der Grundstruktur der Diözese in überschaubaren Pfarreien gemäß
den Vorgaben des Zweiten Vatikanischen Konzils festgehalten. Die Priester
sollen möglichst ortsnah erreichbar sein, so dass der Charakter der
personalen Begegnung aufrecht erhalten bleibt.
Der Priesterrat setzt sich aus rund 60 Priestern der Diözese Regensburg zusammen und berät den Bischof in wichtigen pastoralen Fragen.
- Quelle: Bistum Regensburg
- 16.10.08 - Artikel empfehlen ...

