Papst Benedikt XVI. hat dem Regensburger Bischof zum 60. Geburtstag gratuliert. In einem Schreiben erinnert der Heilige Vater an die erste persönliche Begegnung, als der damals frisch promovierte Dr. Gerhard Ludwig Müller seine Dissertation über die Sakramente im Denken von Dietrich Bonhoeffer überreichte.
Im Jahr 1995 habe ihm Müller das Buch „Katholische Dogmatik“ zugesandt. „Sie ist, soweit ich sehen kann, das einzige derzeit auf dem Markt befindliche Lehrbuch unseres Fachs, das von einem einzigen Verfasser geschrieben ist und so das große Gefüge der Welt des katholischen Glaubens in seiner inneren Einheit sichtbar macht. Als besonderer Vorzug kommt noch dazu, dass das Werk sich in einem Umfang hält, der es für Studenten als Arbeitsbuch geeignet macht. Damit hast Du eine wichtige Markierung gesetzt, denn die Theologie und auch das Fach Dogmatik droht sich in Spezialisierungen aufzulösen, die das Ganze nicht mehr erkennbar werden lassen, wo doch alles einzelne in unserem Glauben eben nur von seiner Ganzheit her recht verstanden werden kann“.
Weiter schreibt der Heilige Vater: „Nach diesen mehr literarischen Begegnungen sind wir uns persönlich nahe gekommen in den Jahren, in denen Du Mitglied der Internationalen Theologenkommission warst, deren Präsident ich als Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre gewesen bin. Wir alle haben immer Deine umfassende Kenntnis der ganzen Geschichte von Dogma und Theologie bewundert, die in Deinen Gesprächsbeiträgen zum Vorschein kam und die das Fundament für Dein immer zuverlässiges Urteil gewesen ist. Bei allem haben wir auch gespürt, dass Deine Theologie nicht bloße akademische Gelehrsamkeit war, sondern – wie es das Wesen der Theologie verlangt – Mitdenken mit dem Wort des Glaubens, Mitdenken mit dem Wir der Kirche als dem gemeinsamen Subjekt des Glaubens war und ist. Du hast dafür gesorgt, dass die Arbeiten der Internationalen Theologenkommission auch in Deutschland bekannt wurden und hast in all diesen Jahren mit wichtigen Beiträgen zu den drängenden theologischen Fragen der Gegenwart Stellung genommen. Du hast Dich darum gemüht, das vielfach auf verzerrende Stichworte reduzierte Dokument „Dominus Iesus“ verständlich zu machen. Als Bischof von Regensburg hast Du das biblische Grundwort ‚Dominus Iesus – Jesus ist der Herr’ als Wahlspruch gewählt und damit zugleich ein Programm festgelegt: Christus steht in der Mitte des bischöflichen Dienstes; er ist die Mitte unserer christlichen Existenz. Im Augenblick Deiner Bischofsweihe, als die Diskussion um das so beginnende Dokument der Kongregation für die Glaubenslehre noch voll im Gang war, war dieser Wahlspruch zugleich ein Hinweis darauf, dass das Lehramt mit dem umstrittenen Dokument uns eben zu dieser Mitte unseres Glaubens zurückrufen wollte“.
„Nun sind es schon fünf Jahre, seitdem Dir der Bischofsstuhl des heiligen Wolfgang anvertraut wurde“, so der Papst Benedikt weiter. Manche Stürme habe der Bischof erleben müssen, andere würden wohl noch kommen. „Aber niemand konnte in dieser Zeit daran zweifeln, dass Du letztlich dies eine willst: Zeugnis für Jesus Christus geben, in dem Gott uns sein Angesicht zugewandt und sein Herz geöffnet hat. So möchte ich Dir bei Deinem 60. Geburtstag wünschen, dass der Herr Dir hilft, immer sein getreuer Zeuge und so ‚Mitarbeiter unserer Freude’ zu sein“.
- Quelle: Bistum Regensburg
- 27.12.07 - Artikel empfehlen ...

