Merkel spricht von einem “alles in allem” geglückten Prozess. “Aber wenn wir über 20 Jahre Wiedervereinigung sprechen, dann werden wir auch nicht die Augen vor den Problemen verschließen, die es heute noch bei der Gestaltung eines wirklich vereinigten Vaterlandes gibt.” Nach wie vor gebe es strukturelle Unterschiede zwischen den neuen und den alten Bundesländern. “Deshalb ist es wichtig, dass der Solidarpakt bis 2019 eingehalten wird”, betont die Bundeskanzlerin.
Merkel ruft die Geschichte des Jahres 1990 in Erinnerung. Nach den ersten freien Volkskammerwahlen hätten sich die Ereignisse fast überschlagen. “Heute, im Rückblick, sieht alles ganz einfach aus. Aber es war ein großes Stück Arbeit zwischen dem 18. März 1990 und dem 3. Oktober, den gesamten Übergang zur Deutschen Einheit zu gestalten”, sagt Merkel.
Gleichzeitig sei es notwendig gewesen, die Wiedervereinigung in Freundschaft und Gemeinschaft mit Verbündeten und Nachbarn zu gestalten. Es sei dem großen politischen Geschick von Staatsmännern wie Helmut Kohl und Hans-Dietrich Genscher zu verdanken, “dass dieser Prozess glücklich verlaufen konnte”, so Merkel. Auch die Rolle des damaligen US-Präsidenten George Bush senior und des sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow hebt die Bundeskanzlerin hervor.
Inzwischen seien junge Menschen aufgewachsen, die nichts mehr von Mauer und Stacheldraht, von Unrechtsregime und Bespitzelung wüssten. “Für sie ist es wichtig, dass wir ihnen diesen Teil der deutschen Geschichte immer wieder nahe bringen”, erklärt die Bundeskanzlerin. Deshalb sei das Gedenkstättenkonzept der Bundesregierung von so großer Bedeutung.
Die Feierlichkeiten zum 20. Jahrestag der Deutschen Einheit werden in diesem Jahr in Bremen stattfinden. “Ich finde, es ist eine wunderschöne Tradition, dass die Feierlichkeiten zum Jahrestag der Deutschen Einheit jedes Jahr in einem anderen Bundesland ausgerichtet werden. Das deutet darauf hin, dass dieses Ereignis ein gesamtstaatliches Ereignis ist, und zeigt uns die Vielfalt des Föderalismus in Deutschland”, so Merkel.
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