Der Bundestagspräsident hat für den nächsten Donnerstag zu einer Feierstunde im Deutschen Bundestag eingeladen, an der auch die ehemaligen Abgeordneten der frei gewählten Volkskammer teilnehmen. Sie freue sich darüber, so Merkel. “Es wird die Möglichkeit geben, viele von denen wiederzusehen, die damals, in den Zeiten der Friedlichen Revolution und im Einigungsprozess, eine zentrale Rolle gespielt haben. Das wird spannende Begegnungen geben, die auch für mich persönlich sehr bewegend sein werden.”
“Mit den Wahlen am 18. März 1990 war das Schicksal der SED-Diktatur endgültig besiegelt und der Weg zur Deutschen Einheit unumkehrbar”, sagt Merkel. Dass die Deutsche Einheit gelungen sei, sei “der Erfolg der Friedlichen Revolution und genauso der Erfolg einer Politik der Freundschaft und des Vertrauens mit unseren Nachbarländern” gewesen.
Alle DDR-Wahlen davor bezeichnet Merkel als “pure Farce”. Nur ein einziges Mal, bei den Wahlen zur Stadtverordnetenversammlung von Groß-Berlin 1946, seien im sowjetischen Stadtsektor freie Wahlen abgehalten worden. “Damals erlebte die SED eine herbe Niederlage. Die Schlussfolgerung war einfach und genauso unakzeptabel: nämlich dass nie wieder freie Wahlen stattfinden konnten”, sagt Merkel.
Die hohe Wahlbeteiligung vom 18. März 1990 habe gezeigt, “dass die Menschen sich mit viel Begeisterung für eine der Parteien entschieden und damit der Demokratie ihre Stimme gaben.” Aufgabe der Regierung, die Lothar de Maizière auf der Basis des Wahlergebnisses gebildet habe, sei es vor allem gewesen, die Deutsche Einheit zu organisieren. “Und dies wurde auch mit viel Enthusiasmus angepackt”, sagt Merkel. Die Bundeskanzlerin würdigt in diesem Zusammenhang auch das Verhandlungsgeschick Helmut Kohls. Ihm sei es zu verdanken, dass Deutschland als freier Partner Mitglied der Europäischen Union wie der NATO sein konnte. “Viele hätten dies Jahre vorher für völlig ausgeschlossen gehalten”, sagt Merkel.
- 14.03.10 - Artikel empfehlen ...

