Die Bundeskanzlerin war damals Stellvertretende Regierungssprecherin der Regierung von Lothar de Maizière und moderierte eine Veranstaltung, an der die beiden Finanzminister Theo Waigel für die Bundesregierung und Walter Romberg für die DDR-Regierung teilnahmen.
Der Vertrag zur Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion stellte auch die Wettbewerbsfähigkeit der ehemaligen DDR voll auf dem Prüfstand, so Merkel. “Und damit wurde klar, wie der Produktivitätsrückstand in den allermeisten Bereichen der DDR-Industrie wirklich war. In vielen Bereichen gab es riesige Umweltschäden, aber eben auch mangelnde Effizienz.” Dies habe dann auch in vielen Bereichen zu einer erhöhten Arbeitslosigkeit geführt.
Heute habe Deutschland einen boomenden Mittelstand, viele neue Betriebe, aber eben nach wie vor in den neuen Bundesländern auch eine strukturell deutlich höhere Arbeitslosigkeit, als das in der alten Bundesrepublik der Fall sei. “Deshalb ist es auch richtig, dass die deutsche Einheit noch nicht in allen Bereichen geschaffen wurde.” Merkel stellt aber klar: “Sie ist ein politischer und ein ökonomischer Erfolg für die Menschen in allen Teilen Deutschlands.”
Am 1. Juli 2010 lädt die Bundeskanzlerin 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein, mit ihr im Kanzleramt an den 1. Juli 1990 zu denken und gleichzeitig über die noch bestehenden Probleme zu diskutieren. “Ich freue mich ganz besonders, dass auch der damalige Finanzminister Theo Waigel daran teilnimmt.”
Das Bundespresseamt werde zudem mit einer Tour durch 50 deutsche Städte noch einmal an den Vertrag und seine Auswirkungen erinnern. Außerdem lädt Merkel alle Interessierten zum Tag der offenen Tür in das Bundeskanzleramt ein, um eine kleine Ausstellung besichtigen zu können, die an die Tage der deutschen Einheit und ihre Gestaltung erinnert. “Sie sind alle herzlich eingeladen!”, so die Bundeskanzlerin in Ihrem Video-Podcast.
- 27.06.10 - Artikel empfehlen ...

