Anstatt Lösungsansätze für die bildungs- und gesellschaftspolitischen Herausforderungen unserer Zeit zu präsentieren, sorgen sich die Spitzen des Philologenverbands vor allem um die Besitzstände der Lehrerinnen und Lehrer des Gymnasiums. Einmal mehr beweise die Führung des Philologenverbands, dass sie den Bezug zur Basis verloren habe, so der Landesschülerrat.
Viele Lehrerinnen und Lehrer äußern sich schockiert über die Forderungen ihres eigenen Verbands. Mit der abstrusen Idee „Gefahrenzulage“ stelle sich der Philologenverband selbst weiter ins Abseits. Auch in seinen existierenden bildungspolitischen Forderungen entspreche er nicht mehr den Bedürfnissen der vertretenen Lehrerinnen und Lehrer. Der größte Teil seiner Machtbasis beruhe auf der Schlüsselversicherung des Verbands für Lehrkräfte.
Nach Überzeugung des Landesschülerrat in Bayern habe der Philologenverband inhaltlich Positionen zu bieten, die vor Jahrzehnten angemessen waren, den gesellschaftlichen Entwicklungen der letzten Jahre jedoch nicht gerecht werden. Um den gewachsenen Herausforderungen entgegenzutreten, müsse die pädagogische Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer verbessert werden und die Klassenstärke weiter reduziert werden.
Um die Demokratie an Schulen und damit die Partizipation jedes einzelnen zu stärken, fordert der LSR die Institutionalisierung des Klassenrats. Diese konkreten Maßnahmen fördern das Schulklima und helfen Ängste zu nehmen. Sie tragen dazu bei, dass die Individualität des Einzelnen stärker in den Mittelpunkt rückt.
Durch Beteiligung entsteht Verantwortungsgefühl – ein Verantwortungsgefühl für die Gemeinschaft. Deshalb müsse es in unser aller Interesse sein, die Demokratisierung der Schule voranzutreiben.
Diesen zentralen Fragen der Bildungspolitik solle nach Meinung des Landesschülerrat auch der Philologenverband Beachtung schenken. Der Philologenverband nutze in unangemessener Weise Momente der Trauer, Bestürzung und Angst aus. Er reduziere die Interessenvertretung einzig und allein auf die Forderung nach Gehaltserhöhungen. Der Landesschülerrat in Bayern verurteilt die schamlose Instrumentalisierung der Situation nach dem Amoklauf in Winnenden für eigene materielle Interessen durch den Philologenverband.
- Quelle: Landesschülerrat in Bayern Sarah Kissler
- 19.03.09 - Artikel empfehlen ...

