„Mit der in Bayern vorhandenen großen Erdgasspeicherkapazität ist die Versorgung der Bürger auch gegen Lieferunterbrechungen wie derzeit aus Russland gut abgesichert. Der Konflikt zeigt aber die Risiken einer zu stark auf Erdgas setzenden Energiepolitik“, so Zeil. Die in Bayern ausgebaute Speicherkapazität von insgesamt 6,7 Milliarden Kubikmetern entspreche rund der Hälfte des jährlichen Erdgasverbrauchs im Freistaat.
Rund die Hälfte des Speichervolumens sei als so genanntes Arbeitsgas für die Versorgung nutzbar. Zeil: „Allein damit kann die Versorgung der Verbraucher auch im Winter über Wochen sichergestellt werden. Darüber hinaus sind die bayerischen Verbraucher durch die diversifizierten Bezugsquellen der deutschen Gaswirtschaft abgesichert, die Erdgas auch aus Norwegen und den Niederlanden importiert und zu rund einem Sechstel in Deutschland selbst fördert.“ Gasverbraucher in Bayern müssten deshalb in der nächsten Zeit keine kalte Heizung befürchten.
Auf europäischer Ebene sieht Zeil jedoch Handlungsbedarf, vor allem in Mitgliedstaaten, die bislang unzureichend in Gasspeicherung und Krisenvorsorge investiert hätten. „Es kann nicht sein, dass im Rahmen einer europäischen Regulierung die von deutschen Verbrauchern finanzierten Speicherkapazitäten im Krisenfall einfach von allen anderen mit genutzt werden können“, erklärt der Wirtschaftsminister.
Generell sieht Zeil in der aktuellen Situation eine Bestätigung dafür, dass nur ein möglichst breiter Energiemix die Sicherheit der Versorgung gewährleisten könne. Zeil: „Dazu gehört der Ausbau der erneuerbaren Energien ebenso wie die weitere Nutzung der Kernenergie. Nach Untersuchungen würde ein Ausstieg aus der Kernenergie, wie derzeit gesetzlich vorgesehen, gerade in Bayern zu einem steigenden Anteil des Erdgases auch an der Stromerzeugung auf bis zu 60 Prozent führen. Ein Lieferausfall wie derzeit wäre dann für unsere Stromversorgung wirklich ein Riesenproblem“, so der Minister abschließend.
- Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie
- 8.01.09 - Artikel empfehlen ...

