In ihrem neuen Video-Podcast betont Merkel, auch 20 Jahre nach dem Mauerfall sei es außerordentlich wichtig, die Strukturen der SED-Diktatur aufzuarbeiten: “Einmal, um nichts in Vergessenheit geraten zu lassen, zum anderen aber auch, um den jungen Menschen in unserem Lande zu zeigen, welche Gefahren in Diktaturen liegen.”
2009, so Merkel, sei ein “ganz besonderes Jahr”. Vor allen Dingen sei die Herausforderung der internationalen Wirtschaftskrise zu bewältigen. 2009 sei aber auch von besonderer Bedeutung, weil die Bundesrepublik Deutschland 60 Jahre alt werde und weil sich am 9. November zum 20. Mal der Mauerfall jähre. Merkel: “Dieser Jahrestag ist geradezu das Symbol für die Einführung einer freiheitlichen Ordnung in ganz Deutschland und auch in den ehemaligen sozialistischen Ländern. Wir werden daran mit Freude denken.”
Die friedliche Revolution gehöre zu den schönsten Ereignissen der deutschen Geschichte, unterstreicht Merkel. “Dass Menschen den Mut aufgebracht haben, für Freiheit und Einheit einzutreten und damit auch auf friedlichem Wege Erfolg hatten – das soll uns ermutigen, auch die Herausforderungen der Zukunft zu bewerkstelligen.”
“Jeder weiß”, so Merkel, “dass wir das Leben in der früheren DDR nicht etwa auf die Arbeit des Staatssicherheitsministeriums oder der SED-Diktatur beschränken können, aber es wäre fahrlässig, sich dieser Strukturen nicht immer wieder zu erinnern und sie nicht umfassend aufzuarbeiten.”
Die 180 Kilometer Unterlagen in der Birthler-Behörde “geben uns einen umfassenden Einblick darüber, wer von wem wie bespitzelt wurde und wer Täter und wer Opfer war. Es war eine richtige politische Entscheidung des Deutschen Bundestages, die Akteneinsicht zu erlauben und zu ermöglichen. Viele in anderen ehemaligen sozialistischen Ländern beneiden uns um diese Möglichkeit”, sagt Merkel.
Neben den Anträgen auf Akteneinsicht gehe es zunehmend um die Aufarbeitung der Strukturen, “um die Mechanismen, mit denen Menschen in Bedrängnis gebracht wurden, und die Mechanismen, wie man Täter gewonnen hat.” So werde es möglich, dass sich auch junge Menschen “an ein Stück deutscher Geschichte, an ein Stück deutscher kommunistischer Diktatur und genauso an ein Stück friedlicher Revolution” erinnern könnten.
- Quelle: Bundesregierung
- 11.01.09 - Artikel empfehlen ...

