“In der Dienststelle rätselte man herum, wer alles einen blauen Brief bekommen könnte.” – Der “blaue Brief” hat seinen Namen von den blauen Umschlägen preußischer Kabinettsschreiben im 19. Jahrhundert, mit denen auch Offiziere aufgefordert wurden, ihren Abschied zu nehmen.
Blaues Blut in den Adern haben
Die Redewendung im Sinne von “adliger Abkunft sein” geht auf den spanischen Begriff “sangre azul” (= blaues Blut) zurück und bezog sich ursprünglich auf die westgotischen Adligen, durch deren helle Haut – im Gegensatz zu der dunkelfarbigen Haut der Mauren – die Adern bläulich durchschimmerten.
Sein blaues Wunder erleben
Blau ist im älteren Sprachgebrauch die Farbe der Täuschung und der Lüge. In der vorliegenden Wendung hat sich diese negative Bedeutung auf den Aspekt der Überraschung verlagert. Wer sein blaues Wunder erlebt, erlebt also eine äußerst unangenehme Überraschung. “Der Bursche soll mir mal nach Hause kommen! Der wird sein blaues Wunder erleben.”
Aus: Duden, Das große Buch der Zitate und Redewendungen. Mannheim 2007.
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